Warum 2026 ein gutes Jahr wird

Beim Jahrespressegespräch gab Museumsleiterin Maria Schöne Rück- und Ausblick. Hier die Zusammenfassung.

Die Energiefabrik Knappenrode als Teil des Sächsischen Industriemuseums bewegt sich in einem interessanten Spannungsfeld: Eine gesperrte Zufahrtsstraße und härter werdende Zeiten für Kultureinrichtungen auf der einen Seite, ein Meilenstein bei der Entwicklung des Lausitzer Seenlandes und zunehmend an der Region interessierte Touristen auf der anderen Seite.

 

23.000 Gäste konnten im Jahr 2025 in der Energiefabrik als Museumsgäste begrüßt werden. Das sind rund 4.000 mehr als im Jahr zuvor, liegt aber unter den Zahlen von 2022 und 2023. Hinzu kommen im Jahr 2025 weitere 15.500 Besucher, die an den vier Tagen des Herrnhuter Fabrik.Leuchtens im November den Weg nach Knappenrode fanden.

 

Touristen schätzen das Authentische

Der wachsende Tourismus im Lausitzer Seenland spielt auch für die Energiefabrik Knappenrode eine große Rolle. Das Seenlandmodell ist im vergangenen Jahr aus Großräschen zur Fabrik umgezogen. Es gibt jetzt eine ADAC-Radservicestation für Fahrräder. Das Museum ist Partner für Inhaber von Gästekarten im Raum Senftenberg und im Zittauer Gebirge geworden. Was Touristen an der Einrichtung schätzen, das ist zum einen die Authentizität des Museums als Denkmal einer einst prägenden Industrie, das sich mit wirklich allen Sinnen erleben lässt. Letztlich, so äußerte Museumsleiterin Maria Schöne im heutigen Pressegespräch, stimmt vor Ort das Gesamtpaket mit Angeboten für Familien und auch Bistro, Shop, und Führungen, dargeboten von Menschen, die der Region verbunden sind. Das alles sorgt für mehrstündige Aufenthalte der Gäste.

 

Die Schornsteinsanierung steht an

In die Gebäude der einstigen Brikettfabrik wurden seit der Stilllegung etliche Millionen investiert. Doch bei einem Objekt dieses Alters und dieser Größe gibt es immer was zu tun. Im vergangenen Jahr konnte beispielsweise das Dach der Fabrik II instandgesetzt werden. In diesem Jahr steht die Instandsetzung des über 90 Meter hohen Schornsteins an. Materialabplatzungen und lose Fugen machen eine Reparatur im sechsstelligen Euro-Bereich erforderlich.  

 

Neue Ausstellungen und Veranstaltungen

Nahezu alle Kultureinrichtungen stehen aktuell vor Herausforderungen, so auch die Energiefabrik. Mittelkürzungen wirken sich auf den zur Verfügung stehenden Etat und auch die Personalstärke aus, so dass der Fokus darauf liegt, bestehende Angebote aufrecht erhalten zu können. 2026 wird daher aus Sicht von Maria Schöne ein gutes Jahr, weil es gelungen ist, für zwei Projekt Fördergelder einzuwerben. Mit dem Projekt Ofen-Geschichten können erste Schritte auf dem Weg zur neuen Ofenausstellung unternommen werden. Ab 2028 soll eine Auswahl aus der über 800 Objekte umfassenden Ofensammlung wieder gezeigt werden. Und mehrere kleine Veranstaltungen unter dem Titel Ofen.Geschichten können jetzt in diesem Zusammenhang platziert werden.

Des Weiteren sind in diesem Jahr zwei Sonder-Ausstellungen geplant. Ab dem 29. März wird "Industriegeschichten. Reportagen aus Museen, die keine waren" gezeigt. Der Fotograf David Brandt und die Kulturwissenschaftlerin Cornelia Munzinger-Brandt berichten von ihren Begegnungen mit Menschen, die die Transformation der sächsischen Industrie nach der Deutschen Einheit am eigenen Leib erfahren und sie auf besondere Weise mitgestaltet haben.

Und ab November wird ebenfalls dank Fördergeldern eine Eigenproduktion zu sehen sein: „Der Kohlebaron Ignaz Petschek: Mensch, Jude, Unternehmer“.

 

Darüber hinaus probiert die Energiefabrik Neues beim Thema Veranstaltungen: Neben bewährten Dingen wie zu Ostern, am Museumstag oder dem Tag des offenen Denkmals, gibt es in diesem Jahr erstmals am Samstag, dem 13. Juni, einen Technik.Tag und am Samstag, dem 10. Oktober, das Format „Nachts im Museum“. Auch das „Fabrik.Halloween“ wird am 31. Oktober wieder gefeiert.

 

DJane Panda Lassow, Echobox Amsterdam Resident und elektronische Musikerin, wird mit ihrer Radiosendung Endlich Wochenende mit insgesamt vier Live-Ausgaben direkt aus der eindrucksvollen Kulisse der Energiefabrik Knappenrode senden. Für die Gäste ist dies mit einer kleinen After-Work-Party verbunden.

 

Angebote für Schulen

Im vergangenen Jahr registrierte das Team der Energiefabrik überdurchschnittlich viele Anfragen von Schulen für Bildungsprogramme. Erfolgreich umgesetzt wurde zudem das Programm „Energie.Tage – Energiewende zwischen Gestern und Morgen“ in Kooperation mit der DHSN Bautzen (Studiengang Elektrotechnik) und der Energie- und Wasserwerke Bautzen GmbH (EWB GmbH). Das Bildungsprogrammes „Energie.Rallye“ wurde überarbeitet – so gibt es jetzt unterschiedliche Schwierigkeitsgrade für unterschiedliche Klassenstufen und eine Übersetzung der Fragebögen ins Englische. Für das laufende Jahr besteht die Hoffnung, eine Finanzierung für das Bildungsprogramm „Energie.Tage – Energiewende zwischen Gestern und Morgen“ zu finden, um es gratis anbieten zu können. Und es wird ein neues Programm für Kindergeburtstage (Indoorvariante) geben.

 

 

Eine Auswahl an Pressefotos finden Sie unter Presse | Energiefabrik Knappenrode

 

 

 

Sächsisches Industriemuseum

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