Was wird aus der Ofensammlung?

In der Fabrik II wird die Ofensammlung später zu sehen sein. Hier war sie bereits in den 1990er-Jahren untergebracht. Dieser Kamin wird zu bestimmten Veranstaltungen angeheizt.
In der Fabrik II wird die Ofensammlung später zu sehen sein. Hier war sie bereits in den 1990er-Jahren untergebracht. Dieser Kamin wird zu bestimmten Veranstaltungen angeheizt. Foto: Energiefabrik/Schulz

Bis 2028 soll eine neue Ausstellung erstellt sein. Neues Veranstaltungsformat Ofen.Geschichten startet.

Wohnzimmeröfen aus Gusseisen oder Keramik, Kochherde, Badeöfen, Zentralheizkessel, Radiatoren, Handwerkeröfen, Spezial- und Eigenbauöfen, Ofenplatten und -kacheln, Kamin- und Takenplatten sowie allerlei Zubehör und sonstige Anschauungsstücke zum Thema Öfen und Feuerstätten ... auch diese Dinge der Industrie- und Alltagskultur vergangener Epochen gehören zum vielfältigen und umfangreichen Sammlungsbestand des Sächsischen Industriemuseums Energiefabrik Knappenrode.

 

In den Depots befinden sich über 800 Objekte aus fünf Jahrhunderten und zehn Ländern. Der derzeitige Bestand an historischen Öfen und Feuerstätten resultiert aus dem Ankauf der privaten Sammlung des Berliner Schornsteinfegermeisters Bernd Müller (* 1932  † 2023), die zu den facettenreichsten und umfänglichsten ihr Art in Mitteleuropa gezählt wird, und der Übernahme der Ofensammlung der weltbekannten Firma »Buderus«. Außerdem gibt es auch museumseigene Erwerbungen auf diesem Gebiet.

 

Von 1996 bis 2018 wurden »Ofen-Müllers« Sammelobjekte in zwei Ausstellungen, die sich sehr großer Beliebtheit erfreuten, der Öffentlichkeit präsentiert. Im Rahmen der Modernisierung der Energiefabrik Knappenrode erfolgte notwendigerweise der Ausstellungsabbau und die Einlagerung der Objekte. Aber ab 2028 wird »Sachsens größte Ofen- und Feuerstättensammlung« in einer neuen, inhaltlich überarbeiteten und erweiterten Dauerausstellung hier im Haus wieder zu sehen sein. Die aufwendigen Arbeiten dazu haben bereits begonnen. Um alle Interessenten daran ein Stück weit teilhaben zu lassen und die Wartezeit zu verkürzen, sind Veranstaltungen unter dem Titel Ofen.Geschichten rund um das Thema Öfen, Feuer und Wärme geplant. Außerdem wird schrittweise in den Räumlichkeiten der Fabrik II ein temporäres Schaudepot eingerichtet. Es ist an den Veranstaltungstagen zugänglich und wird nach und nach mit einer kleinen Auswahl an Exponaten bestückt.

 

Gegenwärtig befinden sich im mehrteiligen Schaudepot acht Objekte aus verschiedenen Epochen:

 

Kochofen/Regulierfüllofen mit Kochkammer

Hersteller: W. Ernst Haas & Sohn, Neuhoffnungshütte (Sinn/Hessen), Baujahr: um 1920

Material: Eisen, Eisenblech, Emaille, Nickel

 

Wohnzimmerofen/Dauerbrandofen

            Hersteller: unbekannt, Baujahr: um 1930

            Material: Eisen, Eisenblech, Emaille, Lack

           

Gebrauchsofen/Petroleum-Heizer

            Hersteller: Vereinigte Metallwarenfabriken AG vormals Haller & Co. (Altona-Ottensen)

            Material: Eisenblech, Draht, Aluminium, Emaille, Lack, Glas

            Baujahr: um 1925

 

Gebrauchsofen/Petroleum-Heizer

            Hersteller: Vereinigte Metallwarenfabriken AG vormals Haller & Co. (Altona-Ottensen)

            Material: Eisenblech, Draht, Glimmer (Scheiben fehlen), Nickel

            Baujahr: 1900

 

Küchenherd

            Hersteller: Val. Bauer (Metz/Lothringen), Baujahr: um 1900

            Material: Eisen, Emaille, Nickel

           

Kochofen/Margarethenofen

Hersteller: Concordiahütte (Bendorf/Rheinland-Pfalz), Baujahr: 1890

Material: Eisen, Lack, Porzellan

 

Irischer Ofen/Dauerbrandofen

            Hersteller: unbekannt, Baujahr: um 1900

            Material: Eisen, Keramik, Schamotte, Farbe

           

Großraumofen/Regulierfüllofen

            Hersteller: unbekannt, Baujahr: um 1890

            Material: Eisen, Farbe

           

  

Neues Veranstaltungsformat Ofen.Geschichten ab 20. November

 

Bis zu 50 Personen finden auf den grün-gepolsterten Stühlen vor dem ebenfalls grünen Kachelofen Platz, der zu den Veranstaltungen mit bestens getrocknetem Holz und Briketts angeheizt wird. Wie warm es in dem Raum tatsächlich wird, dazu liegen noch keine Erfahrungswerte vor. Der Einlass erfolgt jeweils durch den Haupteingang am Besucherzentrum. Vor Ort kann eine kleine Auswahl an Getränken erworben werden.

 

Bislang fest geplant sind:

 

Donnerstag, 20. November, 17 Uhr (Eintritt frei):

Auftakt der Ofen.Geschichten: „So kommt die Ofensammlung zurück in die Öffentlichkeit“ – Gespräch mit Museumsleiterin Maria Schöne und Sammlungsmanagerin Kathrin Kruner

 

Sonntag, 30. November, 15 Uhr (Eintritt 5 Euro, Kinder ab 6 Jahre 3 Euro)

Geschichten im Advent – Vorleser Dietmar Michaelsen stimmt auf die Weihnachtszeit ein

 

Sonntag, 7. Dezember, 15 Uhr (Eintritt 5 Euro, Kinder ab 6 Jahre 3 Euro):

Geschichten im Advent – Vorleser Dietmar Michaelsen stimmt auf die Weihnachtszeit ein

 

In Absprache befinden sich unter anderem eine Gesprächsrunde mit den Versorgungsbetrieben Hoyerswerda zur Wärmewende (im Januar, noch kein genauer Termin), ein Gespräch mit Ofenbauer Frank Altmann (21. Februar), ein Gespräch mit Autorin und Filmemacherin Grit Lemke (8. März), ein Nachmittag mit der Gesellschaft für Heimatkunde Hoyerswerda zu Feuersbrünsten und anderen Katastrophen (21. März)

 

In der Fabrik II wird die Ofensammlung später zu sehen sein. Hier war sie bereits in den 1990er-Jahren untergebracht. Dieser Kamin wird zu bestimmten Veranstaltungen angeheizt.
In der Fabrik II wird die Ofensammlung später zu sehen sein. Hier war sie bereits in den 1990er-Jahren untergebracht. Dieser Kamin wird zu bestimmten Veranstaltungen angeheizt. Foto: Energiefabrik/Schulz