Kohlebaron Ignaz Petschek: Mensch, Jude, Unternehmer

Vernissage der neuen Sonderausstellung

Zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen soll die Rolle von Ignaz Petschek und seiner Familie für die Brikettfabrik Werminghoff / Knappenrode und das Lausitzer Revier in einer Sonderausstellung thematisiert werden.

Die Geschichte der Energiefabrik / Brikettfabrik Knappenrode ist unmittelbar mit dem Großunternehmer Ignaz Petschek verknüpft. Nachdem der Gründer und Generaldirektor der Eintracht Braunkohlenwerke und Brikettfabriken AG Joseph Werminghoff 1914 starb wurde der Hauptaktionär Ignaz Petschek Aufsichtsratsvorsitzender und damit Eigentümer der Brikettfabrik Werminghoff/Knappenrode und lenkte ihre Geschicke bis zu seinem Tod 1934. Ignaz Petschek gehörte zur Petschek Dynastie. Er war einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Industriellen der Braunkohleindustrie in der Habsburger Monarchie, später Tschecheslowakei und Deutschland. Ignaz Petschek war Familienvater, Bruder, Jude und Deutscher. Sein Leben und das seiner Familie ist die bislang wenig erforschte Geschichte eines transnationalem Großunternehmers mit internationaler Strahlkraft.

Das Museum begleitet mit seinen Ausstellungen den anhaltenden Prozess der bergbaubedingten Transformation in der Lausitz und ist Botschafter für künftige Generationen. Im Fokus steht die fortwährende Transformation der Gesellschaft, Landschaft und Wirtschaft durch den Bergbau, insbesondere durch die Braunkohleindustrie. Dazu gehört die aktive Auseinandersetzung mit aktuellen globalen Entwicklungen, welche die Region direkt beeinflussen: Demografische Prozesse, Energiewende, Fachkräftemangel, kulturelle Identität, Migration, Politik, Rohstoffwirtschaft oder Strukturwandel. Transnationale Unternehmen waren mit Beginn der Industrialisierung genauso von Bedeutung wie heute.

Zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen soll die Rolle von Ignaz Petschek und seiner Familie für die Brikettfabrik Werminghoff / Knappenrode und das Lausitzer Revier in einer Sonderausstellung thematisiert werden. Im Rahmen vom Themenjahr „TACHELES - Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen“ rückt damit ein Themenfeld der ehemaligen Brikettfabrik Knappenrode in den Fokus, welches bislang nicht beleuchtet worden ist und daher ganz neue Perspektiven eröffnet. Der internationale Aspekt der Industrialisierung und der Lausitzer Bergbaugeschichte bekommt damit eine neue Dimension.

Die Sonderausstellung soll von November 2026 bis April 2027 in der Energiefabrik Knappenrode präsentiert werden

Veranstaltungsart:
Ausstellungseröffnung