Industriegeschichten - Reportagen aus Museen, die keine waren

Neue Sonderausstellung öffnet am Sonntag, dem 29. März, um 11 Uhr

150 Fotografien zeigen die 25 Protagonistinnen und Protagonisten in Porträts und in ihren Arbeitswelten. David Brandt und Cornelia Munzinger-Brandt haben diese Reportagen geschaffen

"Reportagen aus Museen, die keine waren" sind Begegnungen mit Menschen, die nach ihren Erfahrungen während und nach der politischen und wirtschaftlichen Einigung Deutschlands in den 1990er Jahren befragt wurden. Alle hatten zuvor in sächsischen Industriebetrieben gearbeitet, haben mit dem Ende der DDR ihren Arbeitsplatz verloren und später auf andere Weise in das alte Berufsfeld zurückgefunden: In Museen, Fördervereinen und Initiativen bewahren und vermitteln sie, was von ihren vormaligen Arbeitswelten geblieben ist.

150 Fotografien zeigen die 25 Protagonistinnen und Protagonisten in Porträts und in ihren Arbeitswelten. Die Bildstrecken werden von Statements aus Interviews begleitet und geben Einblick in persönliche Erlebnisse der Wende- und Nachwendezeit und in die Transformationsprozesse, die ganze Landstriche massiv erschüttert haben. Zitate und Bilder fügen sich in der Ausstellung zu einer vielstimmigen Erzählung von Arbeitsplatzverlust, vom Zerfall großer Fabriken und Kombinate, von Deindustrialisierung in enormem Maßstab – sei es in der Braunkohle, der Textilbranche oder in der Glasindustrie, und zeichnen so ein größeres Bild einer Gesellschaft im Umbruch.

Es geht aber auch um die Suche nach kultureller Identität, um bürgerschaftliches Engagement und den Versuch, ein Stück Vergangenheit für die Zukunft festzuhalten.

         

 

Wärme und Abwärme - Ofengeschichten aus 100 Jahren

Zwei Öfen, die unterschiedlicher nicht sein können und entsprechend unterschiedliche Geschichten erzählen

Ein transportabler Kachelofen (um 1925) ist eines der über 800 Exponate der Ofen- und Feuerstättensammlung, die wieder gezeigt werden soll. Und daneben steht "Athanor" - ein Kunstprojekt, in dem fünf Server arbeiten, Wärme erzeugen.

Zwei Öfen, die unterschiedlicher nicht sein können und entsprechend unterschiedliche Geschichten aus 100 Jahren erzählen, sind gemeinsam an einem der feurigsten Orte der Lausitz zu sehen – in der Energiefabrik Knappenrode.

Da ist zum einen der transportable Kachelofen eines unbekannten Herstellers aus der Zeit um 1925. Dieser sogenannte Dauerbrandofen besteht aus grün glasierten Keramik-Kacheln und ist eines der über 800 Objekte aus fünf Jahrhunderten und zehn Ländern der Ofen- und Feuerstättensammlung, die sich im Depot der Energiefabrik befinden. In drei Jahren sollen Teile der Sammlung wieder öffentlich gezeigt werden.

Zum anderen ist da das Athanor-Projekt. Es wurde im Jahr 2014 von Roswitha Maul zusammen mit Andreas Großmann entwickelt. Die Kachelofenoptik aus dem 19. Jahrhundert weckt Gedanken an wohlige Wärme und gemütliche Familienzusammenkunft.

Die Installation erzählt von Veränderungen in der Wärmeerzeugung und Gewohnheiten im sozialen Miteinander. Athanor braucht keine Briketts, stattdessen heizt es mit Datenmengen.

In dem es Datensätze durchrechnet, produzieren fünf Computerserver, die im unteren Teil der Skulptur arbeiten, eine Wärme bis 60°.

Ein Ausstellungsprojekt in Kooperation mit Roswitha Maul (Dresden).

Die Ausstellung wurde verlängert.